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Misserfolg: Seine Gründe und wie du ihm entkommst

Eine der größten Herausforderungen im Leben eines jeden Menschen besteht darin, Misserfolge sinnvoll zu deuten. Manche Menschen sind in einem Teufelskreis gefangen und zerbrechen an ihren Fehlschlägen. Verlierst auch du langsam die Hoffnung oder möchtest aus dem Hamsterrad des Misserfolges ausbrechen? Hier erfährst du die gängigsten Ursachen und was erfolgreiche Menschen anders machen.

Wie kommt es, dass manche Menschen an Fehlschlägen zerbrechen und andere daran wachsen und gestärkt daraus hervorgehen? Die entscheidenden Unterschiede sind die Glaubensprinzipien und der daraus resultierende Zustand (State) der Menschen. Manche mussten so viele Rückschläge einstecken, dass die glauben, nichts könne eine Wende zum Besseren herbeiführen. Sie bekommen ein Gefühl der Hoffnungslosigkeit oder beginnen zumindest an sich und ihren Fähigkeiten zu zweifeln. Doch ausschlaggebend ist nicht bloß die Anzahl der Rückschläge, sondern vorallem welche Bedeutung wir ihnen zuschreiben. Es reicht schon ein einziger Misserfolg, dem wir zu viel oder die falsche Bedeutung beimessen, um unser Selbstvertrauen zu zerstören. In der Psychologie bezeichnet man dies als erlernte Hilflosigkeit. In seinem Buch „Learned Optimism“ beschreibt Dr. Martin Seligman drei Glaubensprinzipien, welche zu einem State von Hilf- und Hoffnungslosigkeit führen. Im folgenden beschreibe ich diese drei Glaubensprinzipien und deren Auswirkung, sowie eine Möglichkeit mit Hilfe deines Personal Power States diesen Teufelskreis zu durchbrechen.

1. Beständigkeit des Problems

Viele erfolgreiche Menschen hatten auf ihrem Weg mit großen Herausforderungen und Schwierigkeiten zu kämpfen. Der Unterschied zu jenen, die vorzeitig aufgeben, besteht in ihrer Einstellung. Erfolgreiche Menschen sehen schwierige Situationen selten, wenn überhaupt, als permanent an und suchen nach Lösungen. Menschen, welche sich hingegen hilflos fühlen und scheitern, betrachten Herausforderungen als lang anhaltende, einfach nicht endend wollende Probleme.

Hilfoser: „Ich bin einfach süchtig nach Schokolade. Ich werde es nie schaffen meine Ernährung umzustellen und abzunehmen.“

Erfolgreicher: „Auch wenn ich Schokolade liebe und es bisher nicht geschafft habe meine Ernährung umzustellen und abzunehmen, wenn ich mich weiter mit diesem Thema beschäftige, werde ich es bald schaffen.“

2. Wirkungsradius des Problems

Der zweite Unterschied in der Einstellung zwischen erfolgreichen und scheinbar zum verlieren verdammten Menschen besteht in dem Wirkungsradius, welchen sie einem Problem zuschreiben. Erfolgreiche Menschen definieren das Problem und den davon betroffenen Lebensbereich genau und können somit auch leichter zu einer Lösung gelangen. Wenn du jedoch zur Überzeugung gelangst, dass ein Problem dein ganzes Leben beeinträchtigt, bist du schnell überfordert und das Finden einer Lösung wird erheblich erschwert.

Hilfloser: „Wenn ich es nicht einmal schaffe mich fit zu halten, wie soll ich dann meinen Kindern ein gutes Vorbild sein?“

Erfolgreicher: „Da ich mich nicht optimal ernährt habe, hat meine Fitness darunter gelitten.“

Zweifelsohne gibt es natürlich auch Probleme welche das ganze Leben beeinflussen. Jedoch kommen solche Schicksalsschläge seltener vor und lassen sich genauso wie andere Herausforderungen bewältigen.

3. Persönlichkeitsbezug des Problems

Der letzte entscheidende Unterschied, den Dr. Seligman definiert hat, besteht darin, ob wir ein Problem auf unsere Persönlichkeit beziehen, oder lediglich auf unser Verhalten. Es ist wesentlich einfacher und sinnvoller nach einem Misserfolg Feedback zu nehmen und seinen Lösungsansatz zu ändern, anstatt seine ganze Persönlichkeit in Frage zu stellen und dafür verantwortlich zu machen. Denn das würde bedeuten, wir müssten unsere ganze Persönlichkeit ändern, anstatt nur ein Verhaltensmuster in einem bestimmten Bereich.

Hilfloser: „Ich habe einfach keine Disziplin und Willenskraft, irgendwas stimmt wohl nicht mit mir. Ich bin ein Versager.“

Erfolgreicher: „Ich weiß es ist notwendig mein Essverhalten zu ändern, um mein Ziel erreichen zu können. Ich werde mich wieder im Fitnesscenter anmelden und einen Ernährungsberater kontaktieren.“

Wirf schwammige Formulieren über Bord und sei präzise

An den obigen drei Beispielen kannst du erkennen, wie gefährlich schwammige Formulierungen werden können. Sie befördern uns in eine Opferhaltung und lösen in uns Gefühle der Überforderung und Hilflosigkeit aus. Wenn du vermeiden willst, ein Opfer der Muster der erlernten Hilflosigkeit zu werden, ist es essentiell, dich präzise auszudrücken und deine Ziele klar zu formulieren. Die wichtigsten Kriterien einer guten Zielformulierung sind:

  • Positive Formulierung: „Ich möchte…“ anstatt „Ich möchte nicht…“
  • Präzise Zielerkennungskriterien: Woran kann ich die Erreichung des Ziels erkennen?
  • Konkrete Formulierung: keine Steigerungsformen
  • Genaue Rahmenbedingungen: (bis) wann, wo, mit wem?

Es gibt keinen Misserfolg, es gibt nur Lernerfahrungen

Nachdem Thomas Edison 9999 Mal versucht hatte die Glühbirne zu entwickeln und bis dato erfolglos damit war, wurde er gefragt, ob er es auf zehntausend Misserfolge bringen würde. Doch er antwortete: „Ich hatte keinen einzigen Misserfolg. Ich habe bloß immer wieder neue Möglichkeiten entdeckt, die elektrische Glühbirne nicht zu erfinden. Und jeder einzelne Versuch bringt mich meinem Ziel näher.“ Thomas Edison hat erkannt, wie wichtig es ist, aus seinen Erfahrungen zu lernen und die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen. Ohne diese Resultate wäre es ihm nie gelungen die Glühbirne zu entwickeln.

Meistere deinen State

Ich habe bereits Eingangs beschrieben, welche große Rolle dein Zustand bei der Bewältigung von Problemen spielt. Was in einem schlechten Zustand ein Fehlschlag ist, ist im Personal Power State ein Resultat, aus dem du etwas lernen kannst. Um deine Perspektive auf ein Problem zu ändern und deinen State zu verbessern, frage dich:

  • Was kann ich daraus lernen?
  • Was würde sich verbessern lassen?
  • Welchen Sinn oder Nutzen kann das Geschehen für mich und/oder andere haben?

Du wirst dir jetzt vielleicht denken, dass manche Situationen einfach nur schei** waren und es nichts daraus zu lernen gibt und schon gar nichts etwas Sinnvolles daran erkennen kannst. Lass mich dir hierfür die Geschichte von Viktor E. Frankl, einem österreichischen Therapeuten und KZ-Überlebenden, erzählen. Nachdem er Jahre der Gefangenschaft in mehreren Konzentrationslagern überlebt hatte, war er einer der wenigen, der diese schrecklichen Qualen und Erlebnisse verarbeiten konnte. In all dem, was ihm widerfahren ist und er durchmachen musste, fand er einen Sinn darin, überlebt zu haben und diese Erfahrungen jetzt für immer einen Teil von sich nennen zu müssen. Er hat es sich unter anderem zur Aufgabe gemacht, von den furchtbaren Ereignissen zu berichten und in der Welt zu verbreiten, damit so etwas nie wieder geschieht.

Fazit

Wenn ein Wissenschaftler aus unzähligen “Fehlschlägen” Lernerfahrungen machen kann und ein Mensch es schafft, einen Sinn darin zu finden, KZ-Überlebender mit all den verbundenen Qualen zu sein, vermagst auch du dein Ziel stätig zu verfolgen, aus Resultaten zu lernen und einen tieferen Sinn zu finden. Willst du dem Teufelskreis des Misserfolges entkommen, stelle dir die oben genannten Fragen um deine Perspektive zu verändern und dich in deinen Personal Power State zu versetzen.

Mehr dazu in “Wie du Krisen und schwere Zeiten bewältigst und daran wachsen kannst” und in “Ziele erreichen: Warum du dir deine Wünsche und Träume bisher nicht erfüllen konntest” 

Eine ausführlichere Beschreibung der in diesen Artikeln beschriebenen Prinzipien, findest du in meinem Report “Wie du zu besten Version von dir selbst wirst”.

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