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Krank vor Sorge: Was du tun kannst, damit die ständigen Ängste und Sorgen aufhören

Sich Sorgen zu machen hat zwar noch niemandem geholfen, kann und darf ab und zu jedoch vorkommen. Es ist ganz normal, hin und wieder Angst um seine Zukunft oder einen wichtigen Menschen zu haben. Zu viele negative Gedanken schaden dir jedoch, beeinträchtigen massiv deine Lebensqualität und können dich darüber hinaus auch krank machen. Wenn auch du dich mit deinen ständigen Sorgen selbst belastest oder dir über alles Mögliche den Kopf zerbrichst, bist du hier genau richtig.

Was sind Sorgen eigentlich genau? Und warum machen sich manche Menschen mehr Sorgen als andere? Sich um etwas zu Sorgen bedeutet nichts anderes als sich ein negatives Szenario in der Zukunft vorzustellen und von dessen Auswirkungen verängstigt  oder überfordert zu sein. Wobei es prinzipiell gut sein kann, mögliche Probleme in der Zukunft vorwegzunehmen, vorausgesetzt man überlegt sich auch Lösungen für diese. Das Problem mit den Sorgen ist, dass man sich dabei schreckliche oder unangenehme Dinge vorstellt, welche meistens nicht passieren. Kurz gesagt, die meisten unserer Sorgen treffen nie ein. Sich trotzdem darauf zu konzentrieren raubt uns enorm viel Energie und verschlechtert unseren geistigen sowie körperlichen und emotionalen Zustand (State). Im Folgenden erkläre ich, welche Personal Power State Prinzipien du anwenden kannst, um dieses destruktive Muster zu unterbrechen und dadurch wieder mehr Energie für die wirklich wichtigen Dinge im Leben zur Verfügung zu haben.

Fallbeispiel: Petra (Name geändert) 33 Jahre alt, führt ein eigentlich schönes und erfülltes Leben. Sie hat einen liebevollen Partner, erwartet mit diesem ihr erstes gemeinsames Kind und hat einen Job den sie gerne macht und in dem sie sich wohl fühlt. Doch Petra leidet unter ständigen Sorgen die ihre Lebensqualität massiv einschränken. Sie wandte sich an mich und erzählte:

„Ich mache mir ständig über irgendetwas Sorgen. Wenn mein Freund einmal eine Stunde später nach Hause kommt als ausgemacht, stelle ich mir schon vor wie im etwas passiert ist. Verreisen er oder für mich andere wichtige Menschen, habe ich Angst, dass sie überfallen werden oder das Flugzeug abstürzt. Und je länger ich mir Sorgen mache, je länger diese Gedanken andauern, desto schlechter geht es mir. Entweder flippe ich total aus und werde traurig vor Angst, oder ich bekomme im ganzen Körper ein total beklemmendes und schlechtes Gefühl, so als würde ich krank werden.“

Auslöser vs. Ursache

Eine äußere Situation ist niemals die Ursache für ein Gefühl, sondern immer nur ein Auslöser. Wäre die äußere Situation die Ursache, dann müssten alle Menschen in allen Situationen immer gleich reagieren bzw. das gleiche fühlen.

Ein Beispiel, um das genauer zu erläutern: Zwei verschiedene Pärchen überlegen sich für den nächsten Tag ihre Aktivitäten. Das erste plant ein Picknick im Grünen und das zweite einen gemütlichen Tag zu Hause. Am nächsten Tag gibt es einen unterwarteten Wetterumschwung und entgegen dem Wetterbericht regnet es in Strömen. Das erste Pärchen ärgert sich darüber, weil es einen schönen Tag im Freien geplant hatte. Dem zweiten Pärchen ist der plötzliche Regen egal, da es so oder so daheim bleiben wollte.

Um noch besser darzustellen, dass nicht eine äußere Situation für unsere Gefühle, sondern unsere Einstellung verantwortlich ist, bringe ich ein drittes Pärchen ins Spiel. Dieses wurde von den Nachbarn, welche auf Urlaub gefahren sind, gebeten, die Blumen im Garten zu gießen. Sollten die beiden Gartenarbeit gerne haben, dann ärgern sie sich wahrscheinlich über den Regen oder finden die Situation zumindest ein wenig schade. Sollten sie das Blumengießen bloß tun, um den befreundeten Nachbarn einen Gefallen zu tun und Gartenarbeit nicht ausstehen können, dann würden sie sich wahrscheinlich über den Regen freuen, da er ihnen die Arbeit abnimmt.

Übernimm Verantwortung

Allerdings bedeutet der oben beschriebene Sachverhalt nicht, dass sich das erste Pärchen zwangsläufig ärgern muss. Denn wie schon gesagt, ist das Wetter in diesem Beispiel nur der Auslöser und nicht die Ursache. Und das gleiche gilt natürlich auch für Petra. Das Zuspätkommen oder Verreisen ihres Freundes ist bloß der Auslöser für ihre ängstlichen Gefühle. Wären diese Dinge die Ursache, dann müssten sich alle Menschen auf der Welt immer Sorgen machen wenn jemand zu spät kommt oder verreist. Da dem nicht so ist, liegt die Ursache bei ihr selbst und kann zum Positiven verändert werden.

Als erstes war es notwendig Petra klar zu machen, dass sie sich ihre Sorgen selber macht. Nicht irgendein äußeres Ereignis erzeugt ihre Sorgen, sondern sie selbst, durch die Art und Weise, wie sie über gewisse Dinge nachdenkt. Nachdem sie dies verstanden hatte, konnte sie die volle Verantwortung für ihre Sorgen übernehmen, hörte damit auf anderen Menschen oder äußeren Faktoren die Schuld dafür zu geben und fühlte sich erstmals in der Lage, etwas daran zu ändern.

3 Schritte um deine Sorgen hinter dir zu lassen

Nachdem du verstanden hast, dass du selbst für deine Sorgen verantwortlich bist, wird es dir möglich, diese nach und nach hinter dir zu lassen. Durch die folgenden Schritte gelingt es dir, dich in einen guten State zu versetzen und die negativ Spirale der Sorgen zu durchbrechen…

  1. Sei Präsent – Die Kraft der Gegenwart

Wenn du wieder einmal bemerkst, dass du beginnst dir Sorgen zu machen oder gar schon mittendrin bist, nimm ein paar tiefe und gleichmäßige Atemzüge und stelle fest, was gerade in dir vorgeht, wie oder womit du dich gerade selber plagst. Beobachte hierzu wertfrei, wie ein neutraler Beobachter, deine Gedanken und aufkommenden Gefühle.

Ein guter Tipp um generell präsent zu sein, ist die Übung des „Letzten Stündleins“. Voraussetzung für die Übung ist das Bewusstsein, dass du nur noch eine unbestimmte Zeit lange zu leben hast. Wir Menschen geben uns nämlich gerne der Illusion hin, dass wir mit Sicherheit erst irgendwann, lange Zeit in der Zukunft sterben werden. Sobald wir uns das bewusst gemacht haben, wird klar, dass wir womöglich noch 60, 70 oder 80 Jahre zu leben haben, es aber genauso gut in der nächsten Stunde vorbei sein könnte. Um die  Übung des „Letzen Stündleins“ umzusetzen, frage dich:

„Da ich nur noch eine unbestimmte Zeit lang zu leben habe, wie achtsam, präsent und liebevoll würde ich mit mir selbst und anderen umgehen, wenn es am Ende dieser Stunde um mich geschehen wäre? Was müsste ich ändern oder wie müsste ich das tun was ich jetzt gerade tue, damit ich am Ende dieser Stunde mit mir zufrieden sein könnte, sollte es das gewesen sein?“

  1. Verändere deine Körperhaltung und visualisiere Positives

Wir alle wissen, dass unsere Gefühle, unsere Stimmung Auswirkungen auf unsere Körperhaltung hat. Jeder von uns erkennt zum Beispiel eine traurige Person an der dafür typischen Körperhaltung. Was allerdings weitaus weniger Menschen wissen, ist, dass unsere Körperhaltung genauso Einfluss auf unsere Gefühle hat wie umgekehrt. Jede Emotion braucht eine charakteristische Körperhaltung, Atmung, einen speziellen Muskeltonus usw., um entstehen zu können. Das heißt, wenn du dir das nächste Mal Sorgen machst, erinnere dich an eine Situation, in der du voller Selbstbewusstsein und Zuversicht warst und nimm eine für diesen Zustand charakteristische Körperhaltung ein. Achte dabei genau auf die oben beschriebenen Faktoren.

  1. Verändere deinen internen Dialog

Während wir uns Sorgen machen, sagen wir auch meistens etwas zu uns selbst, dass unseren sorgenvollen Zustand noch verschlimmert. Sätze, mit sorgenvoller Stimme, wie „Oh mein Gott, ich hoffe, ihm passiert nichts.“ oder „Wo bleibt er nur so lange?“ waren typisch für Petra. Um den negativen Auswirkungen deines internen Dialoges entgegenzuwirken, kannst du eine von drei Möglichkeiten wählen. Entweder veränderst du was du sagst, wie du es sagst oder beides. Du könntest dir zum Beispiel die gleiche sorgenvolle Frage stellen wie immer, bloß dass du sie diesmal nicht mit ängstlicher Stimme stellst, sondern mit lustiger Donald Duck- oder stöhnender Stimme. Das dies so absurd und ungewöhnlich ist, wird es dir schwer fallen, deine Sorgen in der gleichen Intensität wie bisher zu erzeugen.

Fazit

Du hast jetzt einige Möglichkeiten kennengelernt, die dir im Umgang mit deinen Sorgen helfen können. Allerdings gibt es keine Garantie dafür, dass damit jeder seine Sorgen hinter sich lassen kann. Beispielsweise war in Petras Fall eine im Coaching an sie angepasste Intervention nötig, damit sie ihre übertriebenen Sorgen ein für alle Mal abstellen konnte, da diese mit einem belastenden Erlebnis aus ihrer Vergangenheit in Verbindung standen.

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