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Ich kenne dein größtes Problem und weiß wie du es los wirst

Probleme sind im Leben unumgänglich und kommen immer wieder auf uns zu. Manche vergehen schnell und andere wiederum belasten uns so lange, dass wir nicht wissen, wie wir damit fertig werden sollen. Was aber haben alle Probleme gemeinsam und wie lässt sich das nutzen, um mit ihnen besser fertig zu werden? Und wie zur Hölle kann ich behaupten dein größtes Problem zu kennen? In diesem Artikel erfährst du genau das und darüber hinaus was du aktiv tun kannst, um den Dynamiken entgegenzuwirken, die dein Problem aufrechterhalten und möglicherweise sogar verschlimmern.

Du denkst dir, dass das nicht sein kann und bist der Meinung, dass ich doch keine Ahnung davon habe was in deinem Leben gerade so passiert? Damit hast du natürlich vollkommen recht. Und obwohl ich deine Lebensumstände nicht kenne und auch nicht weiß was gerade in dir vorgeht, behaupte ich dein größtes Problem zu kennen. Denn die meisten Menschen haben in Bezug auf ihre Probleme ähnliche Denkmuster…

Dein größtes Problem ist, dass du glaubst, du solltest keine haben

Was soll das nun schon wieder bedeuten, fragst du dich jetzt bestimmt. Ich habe noch niemanden getroffen, der sich über seine Probleme gefreut hat – und das ist glücklicherweise auch nicht notwendig. Allerdings sind mir bisher auch nur sehr wenige Menschen untergekommen, die ihre Probleme akzeptiert haben und zu schätzen wussten. Dein Problem zu akzeptieren heißt nicht, dass du nichts daran ändern darfst, sollte dies möglich sein. Es bedeutet viel mehr die gegenwärtige Situation so anzuerkennen wie sie nun mal ist und dann dementsprechend und aus dem bestmöglichen State heraus zu handeln.

Stelle dir zum Beispiel vor, dass du starke Zahnschmerzen hast. Ist es jetzt schlimmer wenn du unter Anführungszeichen „nur“ diese Schmerzen hast oder aber wenn du dich aufgrund der Schmerzen ärgerst oder selbst bemitleidest? Selbstverständlich ist letzteres viel schlimmer. Das heißt natürlich nicht, dass du dich über die Schmerzen freuen musst, aber auch mit den Schmerzen kannst du es dir noch halbwegs gut gehen lassen. Alles ist besser als sich auch noch unnötig über die Schmerzen aufzuregen. Das einzige was du mit dem Widerstand und dem Nicht-Akzeptieren deines Problems erreichst ist, dass du deinen Gefühlszustand (State) verschlechterst. Auf gut Deutsch heißt das, dir geht’s  deswegen beschissener als notwendig und das wirkt sich wiederum auf dein Problem aus. Denn in einem schlechten State ist es härter ein unlösbares Problem (wie zum Beispiel Zahnschmerzen) auszuhalten und schwerer ein lösbares Problem tatsächlich zu lösen.

Das Leben passiert für dich, nicht gegen dich

Ich habe einmal gelesen, dass Schmetterlinge (zumindest gewissen Arten) nur deswegen fliegen können, weil sich durch das Freikämpfen aus dem Kokon die dafür notwendigen Muskeln bilden. Hätte der Schmetterling seinen Kokon nicht, dann könnte er nicht fliegen. Und bei uns Menschen ist es ähnlich. Wir glauben zwar, dass es besser wäre wenn wir unsere Probleme nicht hätten, übersehen dabei aber etwas Wesentliches:

Widerstand und Probleme führen dazu, dass wir uns weiterentwickeln. Sie machen uns stärker, lassen uns reifen und uns über uns selbst hinauswachsen.

Einer meiner Klienten hat sich im Laufe unserer Arbeit einmal über seinen Vater beschwert und diesen stark für seine Fehler verurteilt. Er erzählte mir, dass seine Mutter immer für ihn dagewesen ist und eine „gute Mutter“ war. Sein Vater jedoch habe ihm nicht die Aufmerksamkeit und Liebe geschenkt, die er sich gewünscht hat. Darüber hinaus war der Vater auch einige Zeit lang Alkoholiker, was zu weiteren Spannungen führte und die Beziehung noch mehr belastet hat. Also erzählte ich ihm die Geschichte von Tony Robbins, einem Weltberühmten und hoch erfolgreichen Coach, Redner, Autor und Unternehmer. Denn auch er hatte eine zum Teil sehr schwere Kindheit. Sein Vater hat die Familie verlassen, weil er nicht genug Geld verdienen konnte und sich wertlos fühlte. Seine Mutter hatte immer wieder Wutanfälle und verprügelte den kleinen Tony immer wieder aufs Heftigste. Trotzdem hat sie ihn geliebt, wie er selbst sagt. Darüber hinaus macht er den Menschen klar, dass er weitaus weniger Antrieb und Mitgefühl hätte und dass er nicht der Mann geworden wäre der er heute ist, wenn er die Mutter gehabt hätte, die er sich als Kind gewünscht hat. Danach schaute ich meinem Klienten tief in die Augen und sagte zu ihm: „Wenn du deinen Vater also für all das Schlechte in deinem Leben verantwortlich machst, dann muss  du ihn genau so für all das Gute in deinem Leben verantwortlich machen. Denn ohne ihn wärst du nicht der Mann der du heute bist…“

Wenn also in deinem Leben wieder mal ein Problem auf dich trifft, frage dich:

„Was wäre wenn mir das Leben inklusive aller schmerzhaften und belastenden Erlebnisse nicht einfach widerfährt, sondern für mich passiert?“

Fazit

Klar ist, dass Probleme im Leben immer wieder auf uns zu kommen und dass es unangenehm wird, wenn es so weit ist. Behalte dir trotzdem die Schmetterlings-Metapher im Hinterkopf und übe dich in der Einstellung, dass das Leben für dich passiert und nicht gegen dich. Am besten gelingt dir das, indem du dir immer wieder und bei jeder Gelegenheit die Frage vom Ende des Artikels stellst und Antworten darauf kreierst. (Ich habe bewusst nicht „findest“ gesagt, da sich das zu sehr nach Glück oder Zufall anhört.) Sollte dich eine Situation einmal so sehr belasten oder überfordern, dass du einfach nicht weiter weißt oder dich nicht imstande fühlst das Problem allein zu bewältigen, ist professionelle Hilfe bei einem Coach oder Berater sinnvoll.

Siehe auch: “4 Schritte um  Schwere Zeiten und Krisen zu überwinden” und “Wie du schwere Zeiten und Krisen bewältigst und daran wachsen kannst”

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