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Endlich Stressfrei: Eine neue und sinnvolle Art mit Stress umzugehen

Immer mehr Menschen sind vom Thema Stress betroffen. Die Herzerkrankungen steigen, Stress zu haben ist normal geworden und ein Leben ohne scheint gar nicht mehr möglich zu sein. Bist auch du überfordert? Stehst du ständig unter Strom und bist angespannt? Hast du die Nase voll von zu viel Stress und suchst nach einem Ausweg, weil dir langsam alles zu viel wird? In diesem Artikel erkläre ich dir einen neuen und sinnvollen Umgang mit Stress.

In unserer heutigen, schnelllebigen Welt scheint ein Leben ohne Stress gar nicht mehr möglich zu sein. Die Anforderungen an uns steigen ständig und rapide. Immer mehr Leistung wird gefordert. Das unrealistische Idealbild lautet jung, dynamisch, erfahren, sportlich, vital und durchtrainiert. Und zu guter Letzt sollen wir dann noch Privat- und Berufsleben unter einen Hut bringen, wobei das Motto lauten könnte: „Sei ausgeglichen und führe ein erfülltes Leben, aber nur solange dein Job nicht darunter leidet.“ Es ist also kein Wunder, dass immer mehr Menschen über zu große Belastung klagen, sich überfordert fühlen und vom sogenannten Burnout bedroht sind. Jedoch ist auch Stress nur ein innerer Zustand (State) wie jeder andere. Und da du die Verantwortung über deinen State hast und diesen verändern kannst, spielen die Personal Power State Prinzipien eine wichtige Rolle im Umgang mit Stress. Mehr dazu in meinem Report “Wie du zur besten Version von dir selbst wirst”.

Immer wieder bekomme ich von meinen Klienten die Frage gestellt, ob Stress gesundheitsschädlich ist. Zuerst die schlechte Nachricht, ja Stress ist gesundheitsschädlich. Im TED-Talk „How To Make Stress Your Friend“ erklärt die renommierte Gesundheitspsychologin Kelly McGonigal die Auswirkungen von Stress anhand neuesten Erkenntnissen aus diversen Langzeitstudien. Unteranderem wurden rund 30.000 erwachsene Amerikaner über acht Jahre lang begleitet und untersucht. Dabei stellte sich heraus, dass Menschen mit viel Stress ein 43 % höheres Sterberisiko hatten.

Stress ist nur dann schädlich, wenn du es glaubst

Und jetzt die gute Nachricht – das erhöhte Risiko traf nur für diejenigen zu, die dachten Stress sei schädlich! Die Personen die den meisten Stress hatten, allerdings glaubten, dass Stress ihnen nicht schadet, hatten das geringste Sterberisiko von allen. Sogar geringer als jene die wenig Stress empfanden, jedoch dachten, er schade ihnen.

„Wie kann das sein? Hat unsere Einstellung tatsächlich Einfluss darauf, wie unser Körper mit Stress umgeht und klar kommt?“

Diese Frage beantwortet die Wissenschaft eindeutig mit Ja. Wenn man denkt, dass Stress schädlich sei, dann erhöht sich die Herzfrequenz und die Blutgefäße ziehen sich zusammen. Das ist eine der Gründe, warum chronischer Stress mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Zusammenhang gebracht wird.

Das heißt anstatt Stress in Zukunft zu verteufeln, kannst du deinem Körper stattdessen danken, dass er dich auf die kommende Herausforderung vorbereitet.

Schließlich wirst du durch den erhöhten Puls und die schnellere Atmung, welche das Gehirn mit mehr Sauerstoff versorgt, handlungsschneller. Wenn du beginnst so über Stress nachzudenken, versetzt du dich in einen gelassenen und gesunden State. Dieser führt dazu, dass deine Blutgefäße geweitet bleiben und dein Herz dadurch verschont wird. Auch im Umgang mit starkem Lampenfieber und Versagensangst hilft diese Einstellung.

Sozial sein heilt und macht gesund

Ich habe noch eine weitere schlechte Nachricht für dich. Für jede herausfordernde Lebenssituation, wie zum Beispiel finanzielle Schwierigkeiten oder familiäre Krisen, erhöhte sich das Sterberisiko um 30 %. Jedoch gibt es auch hier zum Glück wieder ein „aber“. Jene Menschen die sich die Zeit genommen haben sich um andere zu kümmern, hatten überhaupt kein erhöhtes Risiko aufgrund von Stress zu sterben! Das liegt unteranderem am Hormon Oxytocin, welches vermehrt dann ausgeschüttet wird, wenn wir uns mit lieben Menschen umgeben und etwas für andere tun. Es schützt das Herz-Kreislaufsystem vor den Nebenwirkungen der anderen Stresshormone und hilft dabei die Herzzellen zu regenerieren. Genauere Infos dazu findest du im vorher erwähnen TED-Talk, welchen ich oben orange verlinkt habe.

Der Zorro Kreis

Trotz der bisher überraschenden und positiven Aspekte von Stress, lässt sich natürlich  nicht leugnen, dass er auch seine unangenehmen Seiten hat. Wird uns der Stress zu viel und verlieren wir uns dabei in unbewusst ablaufende, destruktive Denkprozesse, dann kann dies dazu führen, dass der Stress überhand nimmt und wir die Kontrolle verlieren. Sprich unser Denken wird vernebelt und wir fühlen und angespannt und überfordert. In solch einem schlechten State sind wir unkonzentriert, handeln vorschnell oder treffen schlechte Entscheidungen.

Was kannst du nun tun, um deinen State zu verbessern und die Kontrolle zurückzugewinnen? Als ersten Schritt gönne dir ein paar bewusste Atemzüge, welche gleichmäßig und tief sein sollten und stelle fest was gerade in dir vorgeht. Beobachte hierzu, wie ein neutraler Beobachter, deine Gedanken und Gefühle. Danach wende die Methode des „Zorro Kreises“ an. Seinen Namen hat die Technik vom gleichnamigen Film. In diesem wir der junge Hauptdarsteller vom alt gewordenen Rächer der Armen, alias Zorro, unter die Fittiche genommen und ausgebildet. Anfangs darf er sich nur in einem kleinen, auf den Boden gezeichneten Kreis bewegen und muss in diesem alle möglichen Übungen und Herausforderungen bewältigen. Erst nachdem er diese gemeistert hatte durfte er den Kreis verlassen und sich neuen und schwierigeren Herausforderungen stellen. Das heißt um die Kontrolle zurückzugewinnen fokussiere dich auf ein kleines, schnell erreichbares Ziel.

Ein Klient von mir hatte einmal das Problem, dass er es nicht schaffte seinen Dachboden aufzuräumen. Immer wieder schob er die Tätigkeit auf, da er aufgrund der enormen Menge die es sauber zu machen galt überfordert war. Da er aber einen Fitnessraum aus dem Dachboden machen wollte, hatte er keine andere Wahl, als irgendwann die ganzen alten Sachen zu entsorgen. Also gab ich ihm eine Aufgabe, die er leicht und schnell erfüllen konnte. Er sollte nur eine  kleine Ecke eines ebenfalls unaufgeräumten Schreibtisches, welcher am Dachboden stand, frei machen und drei Tage lang sauber halten. Nachdem er es geschafft hatte die Ecke drei Tage lang frei zu halten, ließ seine Überforderung nach und er fühlte sich imstande mehr zu tun. Er räumte zuerst den ganzen Schreibtisch auf und schließlich den ganzen Dachboden.

Dies ist nur eine von unzähligen Möglichkeiten den Zorro Kreist anzuwenden. Die Geschichte soll lediglich für ein besseres Verständnis der Methode dienen und deine Kreativität für weitere Anwendungsmöglichkeiten wecken.

Um die Methode effizient einzusetzen, mache dir bewusst welches Ergebnis du erreichen möchtest und frage dich, welcher kleine und leicht umsetzbare Schritt dich diesem Ziel näher bringt.

Streiche das Wort Stress aus deinem Wortschatz

Worte haben einen großen Einfluss auf unsere inneren Zustände und Befindlichkeiten. Wenn du also oft sagst, dass du gestresst bist, wirst du dich unweigerlich auch so fühlen. Vor einiger Zeit sagte ein Arbeitskollege zu mir, dass ich bei der Arbeit so entspannt aussehe, als wäre ich im Urlaub. Abgesehen davon, dass ich seine Bemerkung witzig fand, war ich vor allem darüber erstaunt. Doch nachdem ich genauer darüber nachgedacht und mein Verhalten reflektiert habe, wurde mir klar, was ich anders mache als die meisten und meinen Kollegen zu dieser Aussage veranlasst hat. Viele meiner Kollegen sind öfters mal gestresst und sagen das auch. Gestresst zu sein ist ja in unserer heutigen Gesellschaft wie bereits gesagt schon normal geworden. Bei meinem ersten Job vor einigen Jahren ging es mir genau so. Andauernd war ich “gestresst”. Doch aufgrund der Bemerkung meines Kollegen wurde mir bewusst, dass ich das Wort Stress seit langer Zeit nicht mehr benutze. Ich habe es unbewusst aus meinem Wortschatz eliminiert und ersetzt. Dies hat dazu geführt, dass ich mich auch so gut wie nie gestresst fühle. Obwohl dieses Phänomen nicht nur auf meine veränderte Sprache zurückzuführen ist, sondern auch mit verändertem Fokus und neuen Überzeugungen zu tun hat, spielt die Sprache dabei eine große und wichtige Rolle. Je nachdem wie stark heutzutage mein Gefühl von „Stress“ ist, sage ich entweder, dass ich viel zu tun habe oder dass ich mich unrund fühle. Dadurch gelingt es mir meist in einem gelassenen State zu bleiben und meine Energie an der richtigen Stelle einzusetzen.

Fazit

Du hast jetzt einige Möglichkeiten kennengelernt, um deinen Umgang mit Stress positiv zu verändern und dir damit dein Leben zu erleichtern. Jedoch kann es im Leben Herausforderungen und Probleme geben, die uns so sehr stressen und belasten, dass wir uns alleine nicht imstande fühlen diese zu bewältigen. In so einem Fall, ist professionelles Coaching sinnvoll und hilfreich.

Siehe auch “Wutanfall (im Auto)? Was du tun kannst, um ruhig und gelassen zu bleiben”

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